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Die Beobachtung des Verhaltens von Flora und Fauna während einer Totalen Sonnenfinsternis

I: Beschreiben des Vorhabens – Vorbereitung (Beobachtungsplatz, Gerät, Ziel des Versuchs)

II : Erlebnisdokumentation (Dokumentation des Wahrgenommenen)

III: Fazit: Ergebnisse und Erkenntnisse

IV : Ausblick: Vorbereiten des nächsten Versuchs

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I: Beschreiben des Vorhabens – Vorbereitung (Beobachtungsplatz, Gerät, Ziel des Versuchs)

Ort: Side (Türkei)
Teilnehmer: Lily Meyer, Carsten Giebe (Protokollführer)
Beginn: 29.03.2006 (12:00 Uhr)
Ende: 29.03.2006 (15:30 Uhr)
Dauer der Beobachtung: 3 ½ Stunden

Seit Bestehen der AG Sonne bzw. des Vereins Freunde der Schulastronomie e.V. dokumentierten wir außer den vermeintlich wesentlichsten Aktivitäten am Himmel und der Wetterveränderung erstmalig das Verhalten von Flora und Fauna während eines solchen Ereignisses. Ausschlaggebend für diese Idee waren Diskussionen innerhalb der Gruppe, welche Erfahrungen bzw. Eindrücke unsere Arbeit bereichern könnten. Schon während der Totalen Sonnenfinsternis am 11.08.1999 in Siofok (Ungarn) konnten Veränderung des Verhaltens von Insekten, wie z.B. das Aufkommen von „surrenden“ Mücken wahrgenommen, jedoch nicht dokumentiert werden.

Vorbereitungen: Schaffen eines geeigneten Beobachtungsplatzes:

Im Zuge des Aufenthaltes in Side erkundeten wir am Vortag des Ereignisses die nähere Umgebung des Beobachtungsplatzes der Gruppe. Wir entschieden uns letztlich für ein vom Hotel angelegtes Blumenbeet mit einer Art „Ringelblumen“ als Beobachtungsobjekt. Somit hatten wir den Blick auf eine Vielzahl von verschiedenen Pflanzen, die wir jedoch im vorhinein nicht mit Namen zu benennen vermochten.
Wir weisen darauf hin, dass wir uns entschieden haben, die Beobachtung von Tieren zu vernachlässigen, um uns auf die Pflanzenwelt konzentrieren zu können. Zwar hat es zuvor auch Recherchen im Bezug auf mögliche zu beobachtende Tierarten (so z.B. Schwalben) gegeben, doch haben wir uns aufgrund des Mangels an Ressourcen für die Flora entschieden.

 

Equipment:

Wir führten unsere Beobachtungen mit einer herkömmlichen Digitalkamera „Casio QV-3500EX“ durch. Brennweite f = 7,0-21 mm, Blende = 1,20 – 25, 3 fach optischer Zoom (3,3 Megapixel).

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II : Erlebnisdokumentation (Dokumentation des Wahrgenommenen)

Beobachtungen:

Während allen Phasen (sogar bei Totalität) ist weiterhin für den Betrachter keine eindeutige Veränderung sichtbar. Entgegen den ursprünglichen Vermutungen, die Blütenkopfe würden sich während der 3 ½ Stunden schließen bzw. zumindest nicht weiterhin aufgesperrt sein, blieben die Blumen in der Form unverändert.

Phasen :

1. "Eintritt" Beginn 12 h 37 m 56 s

2. Kernschattenfinsternis beginnt 13 h 54 m 34,9 s

3. Totalität 13 h 56 m 23,9 s

4. Kernschattenfinsternis endet 13 h 58 m 12,7 s

5. "Austritt" Ende 15 h 13 m 8,06 s

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III: Fazit: Ergebnisse und Erkenntnisse

Welche Schlüsse konnten daraus gezogen werden?

Die Beobachtung der Pflanzen brachte nicht die erwartete Reaktion mit sich. Wir gingen von der Annahme aus, dass sich die Pflanzen schließen würden. Wie wir im Nachhinein festgestellt haben sind Aussagen wie: „Plötzlich wird dann für ein paar Minuten der Tag zur Nacht, die Pflanzen schließen ihre Blüten, die Vögel werden still und die Sterne am Himmel werden sichtbar.“ nur bedingt wahr (z.B. Mimosen). Einen kurzen Einblick über das, was Fachleute sagen könnt Ihr im Anschluss gewinnen. Wenn darüber hinaus Interesse besteht, sich mit diesem Thema auseinander zu setzen, findet man ausreichend Material im Internet.

Hier erhaltet Ihr Berichte über Beobachtungen und Informationen anderer:

Kurz vor dem Eintritt der totalen Phase werden folgende Punkte nacheinander sichtbar. Die Temperatur fällt während einer Finsternis immer deutlich ab. Dadurch bedingt kommt es oft zu einem deutlich spürbaren Finsterniswind, auch Tiere und Pflanzen ändern teilweise ihr Verhalten.

Quelle: http://www.finsternisse.de/beo.html

Interessant sind die Wirkungen einer Sonnenfinsternis auch auf Tiere und Pflanzen. So lassen sich z.B. bei Mimosen Unterschiede zwischen Tag und Nachtstellung feststellen, die sich auch durch künstliche Verdunkelung hervorrufen lassen, daher reagieren sie auch auf eine Sonnenfinsternis. Auch Tiere reagieren, indem sie z.B. ihren Schlafplatz aufsuchen.

Quelle: http://www.leu.bw.schule.de/allg/ablage/usofi/widmann/seite6.htm

 

Wissenschaftliches:

Um die Lichtverhältnisse der Umgebung zu überwachen, besitzen Pflanzen eine Reihe von Photorezeptoren. Zu den bekanntesten zählen die Phytochrome. Sie spielen eine wichtige Rolle bei der lichtgesteuerten Einstellung der pflanzlichen Uhr. Hierbei erfüllen sie eine doppelte Aufgabe: Sie lösen die Lichtreaktionen aus und steuern die biologische Uhr der Pflanzen.
Um die innere Uhr auf den Tag-Nacht-Zyklus zurückzustellen, müssen Pflanzen ihre Wahrnehmung koordinieren. Da die Tageslängen während der Jahreszeiten wechseln, fällt die Helligkeit des Tages nicht mit den Phasen zusammen, die die innere „Pflanzen-Uhr“ erwartet. Dieses bewirkt einen täglichen „Jet lag“. Pflanzen vergleichen ständig die Lichtbedingungen ihrer Umgebung mit den Erwartungen der inneren Uhr, um ihre Entwicklung maßgeblich zu steuern. Alle Aspekte der Pflanzenentwicklung werden hierdurch kontrolliert, einschließlich Keimung, Blatt- und Stängelwachstum, Blütenbildung sowie das Absterben.

Quelle:http://www.mpiz-koeln.mpg.de/oeffentlichkeitsarbeit/insttaetigkeitsberichte/2003/forschungsschwerpunkt/index.html/

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IV : Ausblick: Vorbereiten des nächsten Versuchs

Anregungen für das nächste Mal:

Um die nächste Beobachtung von Flora und Fauna optimaler zu gestalten, schlagen wir folgendes Vorgehen vor:

• Schaffen eines geeigneten Beobachtungsplatzes:
Der nächste Beobachtungsplatz sollte eine Dokumentation von „mimosenartigen Pflanzen“ ermöglichen, um eine optische Veränderung zu verfolgen.
Von Vorteil kann die Sicht auf eine Vielzahl an Pflanzenarten sein, um Veränderungen zueinander festzustellen.

• Prüfen der Ausrüstung
Das Festhalten von Flora und Fauna sollte von einem Stativ erfolgen. Neben der Fotokamera bietet sich die Aufnahme der Aktivitäten mit einer Videokamera an. So lässt sich die Beobachtung mittels Zeitraffer wahrnehmen.

• Diversifikation der Beobachtungsziele
Sollten freie Ressourcen vorhanden sein, empfehlen wir die Beobachtung der Fauna unter den vorgenannten Gesichtspunkten.

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Anregungen und Anmerkungen zu diesem Artikel nehmen wir gern entgegen.

Lily Meyer & Carsten Giebe (2006)